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Essentials der Mitarbeitermotivation – 5 Dinge, die du unbedingt wissen musst, um Mitarbeiter zu motivieren

Wahnsinn. Es gibt so dermassen viel Literatur zum Thema „Mitarbeitermotivation“ und entsprechend viele Ratschläge, wie man am besten Mitarbeiter motiviert.

Aber gibt es denn überhaupt den Königsweg, um Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren? Was solltest du beim Thema Motivation von Mitarbeitern unbedingt beachten?

Heute stelle ich dir meine persönlichen TOP 5 zur Mitarbeitermotivation vor. Es sind die Essentials aus meiner persönlichen Erfahrung und natürlich völlig subjektiv.

Erfahre in der heutigen Podcast-Folge von „Führung kann so einfach sein“:

  • warum Geld beim Motivieren von Mitarbeitenden nichts alles ist.
  • welches Menschenbild mich beim Thema Motivation von Mitarbeitern prägt.
  • was Deutschland, Schweiz und Österreich beim Thema Mitarbeitermotivation gemeinsam ist.
  • was mein Autoschlüssel mit dem Motivieren zu tun hat.
  • wo aus meiner Sicht deine Verantwortung als Führungskraft beim Thema Mitarbeitermotivation liegt und wo eben nicht.

Welche Punkte findest du wichtig, um Mitarbeiter zu motivieren? Welche Punkte fehlen dir bei meiner Auflistung?
Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Herzliche Grüsse. Dein Alexander

Shownotes

Artikel Harvard Business Manager: Geld ist nicht alles

Artikel NZZ: Bonuszahlungen – Geld ist ein schlechter Motivator

Artikel Karrierebibel: Geldverdienen – Motiviert es wirklich?

 

Kurzartikel zur Podcastfolge “Motivieren von Mitarbeitern”

Zum Thema Mitarbeitermotivation wurde viel geschrieben.

Hier sind meine ganz persönlichen TOP 5 für den Führungsalltag.

  1. Geld ist nicht alles.
    Mehr Geld (Bonus) motiviert nur kurze Zeit und führt bei wiederholter Extra-Zahlung dazu, dass sich Mitarbeitende daran gewöhnen und neu für jede Extra-Leistung auch Extra-Geld erwarten. Also Finger weg!
    Aber: Bezahl die Menschen anständig, fair und angemessen.
  2. Die meisten Menschen sind grundsätzlich motiviert und wollen etwas leisten.
    Sorge darum als Führungskraft dafür, dass du sie nicht demotivierst. Damit erreichst du schon sehr viel.
  3. Lobe gute Leistungen!
    Mach dir keine Gedanken darüber, ob zu viel Lob nicht schädigend sein könnte.
    Das Problem, so zeigen es alle Untersuchungen, besteht vor allem darin, dass Führungskräfte gar nicht oder viel zu selten loben.
  4. Menschen sind Individuen, also einmalig.
    Berücksichtige dies bei deinen Motivationsmitteln, denn was A motiviert ist für B vielleicht einfach nur uninteressant.
  5. Die Führungskraft ist kein Clown.
    Es ist nicht Sache und Aufgabe der Führungskraft dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter motiviert und leistungsbereit zur Arbeit erscheinen und dass sie Spass bei der Arbeit haben. Das entscheidet jeder Mensch für sich selbst (“Love it, leave it or change it”).
    Als Führungskraft bist du aber verantwortlich dafür die Rahmenbedingungen im Unternehmen zu gestalten, welche die Motivation der Mitarbeiter fördern oder eben auch einschränken.


Transkript zur Folge im Podcast Führung: “Mitarbeiter führen und motivieren”

Hallo, ich grüsse dich, Alexander hier von fit.for.leadership. und du hörst den Podcast: Führung kann so einfach sein!

Hey, ich hoffe du hattest einen schönen Sommer. Mir hat er bisher sehr, sehr gut gefallen, auch wenn in den letzten Tagen es ein bisschen kühler geworden ist. Aber die Vorhersage sieht ja ganz gut aus, dass der Sommer nochmal zurückkommt.
Ich hatte gut 3 Wochen Urlaub mit der Familie. Wir waren zusammen im Tessin, haben dort den Sommer genossen, waren viel wandern. Hier zuhause haben wir dann auch noch mal eine Woche frei gehabt, auch hier: viel wandern, Sport, mit dem Fahrrad z.B. um den Untersee gefahren, sehr schön… Es war wirklich eine coole Zeit, die Batterien sind wieder aufgefüllt und heute mache ich mich, wie du hörst, an die neue Podcastfolge.

Und ich habe für die heutige Folge das Thema „Motivation“ ausgesucht. Das passte für mich ganz gut, weil genau vor meinem Urlaub hat mich in einem Führungsseminar eine Führungskraft gefragt: „Hey, es gibt so viele Artikel, Literatur zu dem Thema Motivation, was sind denn aufgrund deiner Erfahrung deine ganz persönlichen Top-Five, die man zum Thema Motivation wissen sollte aus deiner Sicht?“

Ja, und das fand ich eine coole Frage und habe gedacht, da mach ich grad ne Podcastfolge draus und deswegen geht es heute um 5 Dinge, die du wissen musst, um Mitarbeiter zu motivieren. Das ist natürlich eine ganz subjektive Einschätzung von mir, da gibt es natürlich auch sehr unterschiedliche Ansichten dazu, aber hier sind meine ganz persönlichen Top-Five:

Kommen wir zum Punkt Nr. 1 beim Thema Mitarbeitermotivation: Geld ist nicht alles!

Ja ich weiss, beim Geld entzünden sich immer so die Diskussionen. Es gibt natürlich auch Hinweise darauf, dass Geld leistungsmotivierend sein kann. Das gilt aber in der Regel vor allen Dingen für einfache, sich wiederholende Tätigkeiten. Da gibt es tatsächlich einen leistungssteigernden Effekt, wenn du den Mitarbeitenden mehr Geld zahlst. Bei allem anderen reicht rein ein Mehr an Geld, an einer Vergütung nicht, zumindest nicht für eine dauerhafte Leistungssteigerung und Motivation.

Wir haben ja so verschiedene Aspekte: wir haben einmal den Aspekt, dass es (Motivation mit Geld) funktionieren kann, wenn es gekoppelt ist mit anderen Zuwendungen, vor allen Dingen was intrinsische Motivation angeht. Also das heisst, wenn z. B. es nicht nur mehr Geld gibt, sondern damit auch mehr Anerkennung, mehr Verantwortungsübertragung verbunden ist. Dann, gekoppelt, kann auch Geld eine leistungssteigernde Komponente haben.

Ein anderer, ganz wichtiger Aspekt bei diesem Thema Geld und Motivationsleistungssteigerung ist eben, dass sich die Menschen, die Mitarbeiter, natürlich auch daran gewöhnen an dieses “mehr Geld für Leistung“ und da ist natürlich auch so diese Gefahr drin. Das bedeutet: Menschen gewöhnen sich sehr schnell daran, dass sie mehr Geld bekommen und sagen dann natürlich auch nach einer gewissen Zeit: „Ja Moment mal, ich habe ja dafür mehr Geld bekommen, jetzt soll ich wieder was machen, wo bleibt denn jetzt das Geld?“

Und du merkst schon, das ist natürlich sehr problematisch, wenn Mitarbeitende sich daran gewöhnen, dass sie für jede Extraleistung auch Extrageld erwarten können. Also insofern gilt da auch: Lass als Führungskraft die Finger davon!
Es zeigt sich nämlich immer mehr, wenn der Mensch, der Mitarbeitende grundsätzlich das Gefühl hat, dass er fair und angemessen bezahlt wird und in einem Job arbeitet, der ihm als solches Spass macht und befriedigt, dann ist das Geld, oder auch vor allen Dingen Boni, Zusatzvergütungen gar nicht so der relevante Aspekt. Also das musst du dir einfach klarmachen!

Ich sag immer: Bezahl die Menschen anständig, fair und angemessen, aber sei vorsichtig mit diesen Extrazahlungen. Ich glaube was ganz gut funktioniert, oder was man auch machen kann, ist eine Prämie im Nachhinein auszahlen, die vielleicht auch gar nicht angekündigt war, wenn du wirklich, wirklich zufrieden warst mit der Leistung eines Mitarbeitenden. Aber das ist dann wirklich etwas Besonderes, das soll keine Regelmäßigkeit sein, sondern dass du wirklich sagst: Boah, der hat da wirklich ein Projekt super abgeschlossen, der hat das gut gemacht und das ist auch eine kleine Sonderprämie wert.

Punkt Nr. 1 ist also: Geld ist nicht alles.

Ja mein persönlicher Punkt Nr. 2 ist, dass ich daran glaube, dass die meisten Menschen grundsätzlich motiviert sind und auch etwas leisten wollen.

Ich weiss, klar, da kann man auch wieder drüber diskutieren, dann sagt ihr zu Recht: Ja, aber ich habe einen Mitarbeiter, der macht kaum was, bei dem muss man wirklich immer hinterher sein, dass der wirklich was bringt und macht. Natürlich gibt es solche Menschen auch, aber da steckt dann aus meiner Erfahrung wieder so viel dahinter, dass man erst mal erforschen müsste und hinterfragen müsste: was ist da passiert?
Der war nämlich sicherlich mal motiviert und irgendwas ist meistens da passiert in der Vergangenheit, dass eben seine Motivation runtergegangen ist oder er sogar jetzt demotiviert ist.

Aber ich glaube daran, dass die Menschen grundsätzlich in dem Job erst mal sehr motiviert sind und was leisten wollen und deswegen sag ich auch: Sorge du als Führungskraft dafür – sieh das wirklich als deinen Hauptjob mit an – dass Mitarbeitende erst mal gar nicht demotiviert werden. Damit erreichst du schon sehr viel – also mach dir Gedanken darüber, was demotiviert Mitarbeitende? Überleg dir das doch mal, schreib dir das auch mal so ein bisschen auf, überleg auch mal was dich als Mitarbeiter demotivieren würde oder auch demotiviert hat. Und wenn du diese demotivierenden Aspekte dann als Führungskraft einfach weglässt und dafür sorgst, dass diese Dinge gar nicht eintreten, dann hast du schon sehr, sehr viel zum Thema Mitarbeitermotivation gemacht.
Also, einfach dafür sorgen, dass Mitarbeitende nicht demotiviert werden. Und das klingt so einfach, aber glaube mir: Damit hast du als Führungskraft genug zu tun.

Punkt Nr. 3: Lobe gute Leistungen.

Es zeigt sich immer wieder, in jeder Umfrage und in jeder Mitarbeiterbefragung die es gibt, dass einer der grossen Kritikpunkte von Mitarbeitenden an Führungskräften tatsächlich ist, dass sie zu wenig Lob, zu wenig positives Feedback von den Führungskräften erhalten. Und der Mensch ist grundsätzlich auf Zuwendung, auf Anerkennung aus. Er freut sich darüber. Und auch da möchte ich dir ganz ehrlich sagen: ich höre so häufig von Führungskräften: „Ja, aber wenn ich Leute lobe, dann steigt das denen doch zu Kopf.“

Also, das wäre das erste Mal, wenn ich dann wirklich hören würde von Mitarbeitenden: „Mein Chef, meine Chefin hat mich zu viel gelobt. Und das finde ich nicht gut!“
Das habe ich noch nie gehört. Ich höre immer nur das Gegenteil, nämlich dass zu wenig gelobt wird. Also mach dir keine Gedanken über dieses: „Oh Gott, lob ich da nicht zu viel?“. Das ist nicht der Punkt.
Es wird zu wenig gelobt. Deutschland, Österreich, Schweiz sind eher in dem Sinne „Lobwüsten“. Also, es wird zu wenig gelobt. Und komischerweise oder interessanterweise, in diesem deutschsprachigen Kulturraum kennt jeder diesen Spruch „Nicht geschimpft ist gelobt genug“. Den kennt jeder! Ja, und dementsprechend wird auch leider von vielen Führungskräften gehandelt. Also man ist sehr sparsam mit Lob. Das ist wirklich so ein Punkt. Gewöhne dir an, gute Leistungen bei deinen Mitarbeitenden zu loben!

Punkt Nr. 4 ist der Hinweis, dass Menschen natürlich Individuen sind und damit auch einmalig.

Warum ich das im Zusammenhang mit Motivation erwähne ist ein ganz einfacher Grund. Das ist natürlich auch bei der Wahl von Motivationsinstrumenten und -mitteln zu berücksichtigen. Das heisst: was A motiviert, muss B noch lange nicht motivieren.

Oder ich versuche es auch immer so darzustellen: Mein Autoschlüssel passt halt zu meinem Auto und nicht zum Auto des Nachbarn. Also da musst du dir auch immer bewusst sein: ja, wenn den das und das motiviert, heisst das noch lange nicht, dass das für das gesamte Team gilt, sondern jeder hat da auch seine eigene persönliche Motivationsstruktur und darauf musst du achten und das auch herausfinden – Wie ticken die Mitarbeitenden, was motiviert da jeden Einzelnen?

Und den 5. Punkt möchte ich so benennen: Die Führungskraft, du als Führungskraft – du bist kein Clown!

Was ich damit sagen will ist: Aus meiner Sicht ist es nicht deine Sache und deine Aufgabe als Führungskraft dafür zu sorgen, dass Leute motiviert sind und auch leistungsbereit zur Arbeit erscheinen oder dass sie Spass bei der Arbeit haben. Das entscheidet aus meiner Sicht jeder Mitarbeitende für sich selbst und zwar in dem Moment, wo morgens der Wecker klingelt und er zur Arbeit kommt. Das ist für mich tatsächlich Eigenverantwortung, wie jemand zur Arbeit kommt, mit was für einer Einstellung. Ihr kennt ja diesen berühmten Spruch „take it, change it or leave it“. Und das gilt bei Motivation natürlich auch.

Ich finde es ein bisschen ein verqueres Bild, dass da eine Führungskraft ist die dafür zu sorgen hat, dass supertolle Stimmung im Team ist und alle motiviert sind.
Nein, aus meiner Sicht ist das grundsätzlich und zuerst mal der Mitarbeiter für sich selbst, der dafür sorgen muss. Du als Führungskraft musst vor allen Dingen dafür sorgen, dass deine Mitarbeitenden nicht demotiviert sind. Du musst die Rahmenbedingungen schaffen, z. B. auch in dem du lobst – hatten wir ja grade – und in diesem Rahmen kann sich der Mitarbeitende, die Mitarbeitende dann entfalten und sich motiviert engagieren.
Aber du bist als Führungskraft kein Clown, du bist kein Vor-Turner, du bist kein Animateur, der vorne stehen muss und da rumhampeln muss, um für gute Laune und Spass und Motivation zu sorgen.

Nun, das waren meine TOP 5 zum Thema Mitarbeitermotivation. Was habe ich aus deiner Sicht vergessen, was gehört aus deiner Sicht noch unbedingt dazu, welche Erfahrung hast du hier gemacht? Schreib mir doch persönlich oder hinterlasse einen Kommentar, was in diesem Bereich deine Erfahrungen sind.

Hey, ich freu mich schon auf das nächste Mal, wir sehen uns unten. Alles Gute, dein Alexander.

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